x+oder auf der Suche nach dem PURA VIDA

Eine typische Tico-Konversation läuft gerne wie folgt ab :
„Mae, todo bien?“
„Todo bien, mae! Todo bien?“
„Mae, todo bien! Pura vida!“
„Pura vida, mae“.

Was genau es mit dem PURA VIDA („pures Leben“), dem Leit- und Werbespruch Costa Ricas  auf sich hat, ist in San José manchmal nur schwerlich zu verstehen. Auch dass die Ticos die vermeintlich glücklichsten Menschen sind, wage ich, wo ich hier in der Hauptstadt lebe, sehr zu bezweifeln. Um 6 wird es dunkel, das bedeutet, man geht nach Hause. Immer. Hochgeklappte Bürgersteige soweit das Auge reicht (was nicht bedeutet, dass der Verkehr weniger wird). Abgase, Lärm, Hektik. Spätestens um neun ist dann aber auch wirklich gar keiner mehr unterwegs. Und das nicht, weil es etwa gefährlich wäre. Die Ticos sind anscheinend einfach gerne zu Hause. So hatte ich mir das irgendwie nicht vorgestellt. Wenig Kunst, wenig Musik, wenig Schönes und das Wildeste hier ist der Verkehr. Wo ist denn nun das PURA VIDA von dem ständig alle sprechen?

Als ich die Suche nach dem PURA VIDA fast aufgegeben habe beschliessen wir nach Puerto Viejo zu fahren, eine kleine Stadt an der Karibikküste Costa Ricas. Plötzlich, unverhofft und dafür umso intensiver liegt es auf einmal vor uns: das pure Leben.

Puerto Viejo ist einer der schönsten Orte an denen ich bisher war. Das kleine Dorf, das hauptsächlich vom Tourismus lebt, begrüsst uns bei unserer nächtlichen Ankunft verschlafen mit entfernten Reaggeklaengen und warmem Regen. Das Hostel in dem wir unterkommen bietet Backpackern aus der ganzen Welt Unterkunft. Alles ist liebevoll mit Mosaiksteinchen gepflastert und der Ort hat trotz der Vielzahl an Hängematten, Zelten und Betten etwas Ruhiges und Entspanntes. Den Morgen beginnen wir mit einem Teller „Gallo Pinto“, dem typischen costa-ricanischen Frühstück bestehend aus Reis, Bohnen und Ei oder Käse. Anders als an der Pazifikküste wird der Reis hier mit Kokos und Chili zubereitet. Mit Fahrrädern  machen wir uns dann, begleitet von wunderschöner Natur, auf den Weg, das Meer zu suchen. Was wir finden, sind einsame kleine Strände, Palmen und blaues Wasser. Hier und dort sind ein paar Surfer zu sehen doch ansonsten ist es ruhig, kaum Menschen, einfach nur Stille, ab und an begleitet von lateinamerikanischer Musik, die leise aus einer der kleinen Bars zum Strand weht. Das Meeresrauschen im Ohr und die Sonne auf der Haut: ich habe das pure Leben gefunden und lasse es nach drei Tagen nur ungern zurück.

 

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